Grafik oder Text für T-Shirt-Druck aufbereiten
(Level: Grafikkenntnisse erforderlich) Du willst nur ein einzelnes T-Shirt bedrucken und die Grafik dafür selbst vorbereiten damit Du günstig davonkommst, weil Du Dich ja ohnehin mit Illustrator & Co auskennst oder einfach mutig bist. Hier steht, woraufs ankommt!
Vektorgrafik für Flex- und Flockdruck in Einzelauflage vorbereiten
Einzelstücke oder Kleinserien werden üblicherweise im qualitativ hochwertigen Foliendruck hergestellt, das sind färbige Vinylfolien die mit dem Schneideplotter ausgeschnitten und mit Hitze und Druck auf das Textil übertragen werden. Hier wird nicht im eigentlichen Sinn gedruckt, es findet also kein Farbauftrag wie z.B. bei einem Drucker statt. Die Farben sind durch die Folien vorgegeben. Ein Druck mit zwei Farben wie in der Beschreibung unten sind somit zwei Druck- bzw. Übertragungsvorgänge. Die Gestaltung des Motivs wird dabei mit einem Vektorgrafik-Programm wie z.B. Illustrator, CorelDraw oder der kostenlosen open source Anwendung InkScape durchgeführt.
Vor- und Nachteile dieser Drucktechnik
- + Kanten sind absolut scharf
- + 100% Deckkraft auch bei hellem Druck auf dunkle Textilien
- + sehr lange Haltbarkeit und kein Verwaschen der Farben
- + Druck schon ab 1 Stück möglich
- + abweichende Druckgrößen auf verschieden Große T-Shirts sind schnell umgesetzt
- + gleiche Motive können zB. mit verschiedenen Namen personalisiert werden
- + geht sehr schnell
- - Trotz großer Farbauswahl können nicht alle Farben gedruckt werden (durch die Folien vorgegeben)
- - keine Farbverläufe möglich
- -sehr kleine Details können nicht umgesetzt werden
- - für größere Auflagen zu teuer, da viel Handarbeit nötig
Ich verwende ausschließlich hochwertige Folien, die auch nach vielen Waschvorgängen noch besten Halt und Farbwiedergabe besitzen. Mit dieser Methode kann ich Dein Motiv innerhalb von ca. 30 Minuten im GuterStoff-Laden auf Deinen Stoff drucken!
Angenommen, Du möchtest so wie Edgar Wilkening von BIG IDEAS Hamburg ein Motiv wie dieses hier umsetzen:

Das gelieferte Motiv hat zunächst so ausgesehen:

Das Motiv wird mit Flex in silber (der schwarze Text im Bild) und rot gedruckt. Die Farben, die im Grafikprogramm eingestellt sind, sind für den Druck unerheblich, erleichtern aber natürlich eine ungefähre Vorstellung vom Endresultat. Wichtig ist, wie die Grafik technisch beschaffen ist. Dazu sehen wir uns das Motiv in seinen Pfadlinien an – beim Illustrator erreicht man das durch drücken der STRG-Y Taste, in Inkscape über das Menü Ansicht > Anzeigemodus > Umriss. Das sieht dann ungefähr so aus:

Entlang dieser nun sichtbaren Linien schneidet das Messer des Schneideplotters die Folie aus. Der Teil der Folie, der nicht erwünscht ist, wird manuell von der Trägerfolie auf der die Flex- und Flockfolien kleben entfernt. Übrig bleibt das Motiv. Mehr geschlossene Bereiche, wie z.B. das Innere von B, b, a, o, l und e bedeutet mehr Arbeit. Die Weinflaschen hingegen haben keine geschlossene Bereiche und werden in einem Handgriff von der umgebenden Folie befreit. Weniger Arbeit macht den Druck günstiger!
Ein kleines Problem gibt es aber noch bei den Buchstaben a-r, o-l und l-i. Schauen wir uns das mal im Detail anhand der Buchstaben a-r an:

Hier überlagern sich die Pfade. Das ist nicht gut, weil der Plotter das einfach so schneiden würde und diese Schnitte dann am Ende sichtbar sind. Deshalb muss dieser Teil umgewandelt werden. Im Illustrator markiert man dazu die betroffenen Objekte (a & r, o & l & i) und verwendet den ‘Pathfinder’ mit dem Befehl ‘verdeckte Fläche entfernen’. Und schon ist das Problem beseitigt:

Einen Hinweis noch zu Schriften: Schriften müssen in Pfade umgewandelt werden, damit der Plotter sie schneiden kann und damit sie auf meinem Computer genau so aussehen wie auf Deinem. Zu beachten ist dabei, dass der Text dannach nicht mehr verändert werden kann, also am besten vor dem Umwandeln eine Kopie davon machen.
Die kleinsten Linien, Kreise, Punkte etc. (wie z.B. der Innenteil von einem e) sollen beim Flexdruck nicht kleiner als ca. 2mm, beim Flockdruck nicht kleiner als ca. 5mm ausfallen. Bei letzerem sind spitze Winkel unter 35° auch nicht gut für das Resultat.
Für die geringfügige Nachbesserung der Grafik hab ich nichts extra verrechnet und mit den zwei Drucken in silber und rot auf ein biologisch, fair und klimaneutral hergestelltes T-Shirt, fand auch Edgar Wilkening den Preis inkl. Versand nach Hamburg wohlfeil. Zitat Edgar Wilkening, der Autor von ‘Wer kann mir schon Baroli bieten’: “Moin Tom, ganz ehrlich: Das Tee ist noch besser geworden als ich’s mir vorgestellt habe! Super gut gemacht – vielen Dank!”.
Ich übernehme natürlich gerne auch die Arbeiten für Druckvorbereitung, Grafikerstellung oder Bild-Vektorisierung zu einem günstigen Stundensatz – einfach mal die Vorlage schicken und ich mache ein Angebot!
Viel Spaß beim Gestalten wünscht Tom und steht für Fragen gerne zur Verfügung!
Hier noch eine ergänzende Anleitung: Vektorgrafik für den Schneideplot aufbereiten

