Was macht Bio-Mode bio?

Immer mehr KonsumentInnen erkennen die Nachteile von fast fashion und möchten sich, zumindest teilweise, nachhaltig einkleiden. Jedoch wissen nur die wenigstens von ihnen, welche Kriterien Bio-Mode ausmachen und verirren sich im Begriffswirrwarr.

Auch uns ist es so ergangen, als wir begonnen haben uns intensiver mit diesem Thema auseinander zu setzen. Um euch eine kleine Hilfestellung zu bieten, möchten wir euch näher bringen was „bio“ bei Kleidung eigentlich bedeutet. Der Begriff Bio-Mode ist mit Vorsicht zu genießen, da er nicht geschützt ist und sich dadurch jede/r Hersteller/in damit rühmen kann.

In der Praxis erklären die HerstellerInnen aber meist detailliert, welche Kriterien ihre Produkte erfüllen, dass sie den Zusatz „bio“ verdienen z.B. der Nicht-Einsatz von Pestiziden.

Der Fokus liegt auf der umweltverträglichen Produktion von Stoffen. Diese umschließt die Erzeugung der Rohstoffe, die Färbung sowie die Verpackung. Der Großteil der AnbieterInnen von Bio-Mode legt auch einen großen Wert auf faire Arbeitsbedingungen für alle Beteiligten. Auf faire Mode werden wir in unserem nächsten Gastpost genauer eingehen.

Um einen Standard für Bio-Mode zu schaffen und so den KonsumentInnen eine Orientierung zu geben, wurde der Global Organic Textile Standard (GOTS), der die gesamte Textilkette abdeckt, ins Leben gerufen. Mit dieser Zertifizierung können nur Textilprodukte, die aus mindestens 70% biologisch erzeugten Naturfasern bestehen, versehen werden.

Seit 01.März 2014 ist Version 4.0 in Kraft, bei der hohe ökologische und soziale Anforderungen an die HerstellerInnen gestellt werden. Spezifische Kriterien in Bereichen wie Faserproduktion sowie Herstellung und Konfektion sind notwendig, um die Zertifizierung zu erhalten. Die zertifizierten Unternehmen werden in regelmäßigen Abständen mithilfe von Inspektionen und Rückstandsanalysen überprüft, um die Qualität sicher zu stellen.

Aber Baumwolle, selbst wenn sie bio ist, hat auch einige Nachteile. Sie ist sehr anspruchsvoll und braucht viel Wasser, gute Böden sowie ganzjährig warme Temperaturen. Daher ist auch ein Anbau in Österreich nicht möglich. Baumwolle muss importiert werden und dadurch fallen weite Transportwege an. Es gibt jedoch regionale Alternativen wie Bio-Hanf oder Bio-Leinen. Diese Pflanzen sind robuster, benötigen wenig Wasser, kommen mit kargem Boden und unserem Klima aus. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit tierische Produkte wie Schafswolle oder Seide zu verwenden, auch diese können biologisch hergestellt werden.

Quellen:

http://www.greenpeace.org/austria/de/themen/konsum/Hintergrund-Info/kleidung/konsum/guetesiegel-textilien/

http://www.global-standard.org/de/

http://www.organiccotton.org/oc/index.php (englisch)

http://umweltinstitut.org/fragen–antworten/bekleidung/biobekleidung-680.html


Gastbeitrag

Dieser Beitrag stammt von den GastbloggerInnen von fesches.mascherl, auf Ihrem eco-fashion Blog beleuchten sie Themen wie: Was bedeutet nachhaltige Kleidung? Ist so etwas in Wien überhaupt zu bekommen? Ist nachhaltige Mode tragbar oder fühlt man sich damit wie in einem Jutesack? Was macht nachhaltige Mode aus? Welche Akteure stecken dahinter?